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14. Februar 2025
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Medienmitteilung der Direktion für Inneres und Justiz
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Kanton eröffnet Transitplatz Wileroltigen

Per Anfang März 2025 eröffnet der Kanton den Transitplatz für ausländische Fahrende in Wileroltigen. Der Platz bietet 36 Stellplätze und eine zweckmässige Infrastruktur für mehrere Familien. Er soll einen geregelten Aufenthalt ermöglichen und dazu beitragen, Halte an unerwünschten Orten zu vermeiden. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland regelt den Betrieb.

Angrenzend an den Autobahnrastplatz Wileroltigen hat der Kanton Bern einen Transitplatz für ausländische Fahrende gebaut. Den Auftrag dafür hat der Grosse Rat 2019 erteilt, die Stimmbevölkerung stimmte 2020 einem Projektkredit von 3,3 Mio. Franken zu. Das kantonale Tiefbauamt hat die Bauarbeiten Anfang 2025 abgeschlossen. Der Platz geht zum Start der Fahrendensaison im März 2025 in Betrieb und wurde heute (14.02.2025) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Entlastung für Gemeinden, Grundeigentümerschaft und Fahrende

Seit Jahrhunderten reisen Menschen mit fahrender Lebensweise in der Schweiz und im Kanton Bern umher. Schweizweit herrscht heute ein Mangel an Halteplätzen, was zu Spannungen zwischen Fahrenden, Grundeigentümerschaft und Gemeinden führt. Mit dem Transitplatz in Wileroltigen bietet der Kanton Bern ausländischen Fahrenden die Möglichkeit eines geregelten Aufenthaltes und will damit ihrer Lebensweise besser gerecht werden. Gleichzeitig will er dazu beitragen, Halte an unerwünschten Orten zu reduzieren.

Stellplätze für 36 mobile Wohneinheiten

Der Platz weist eine Kapazität für 36 mobile Wohneinheiten (Wohnwagengespann oder Wohnmobil) für mehrere Familien auf. Die Infrastruktur ist zweckmässig und auf einen möglichst reibungslosen Betrieb ausgelegt: Sanitäre Anlagen, ein befestigter Werkplatz sowie ein Gemeinschaftsbereich stehen zur Verfügung.

Betrieb im Auftrag des Regierungsstatthalteramtes Bern-Mittelland

Für den Betrieb des Transitplatzes ist das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland verantwortlich. Es hat dafür ein Betriebskonzept und eine Platzordnung ausgearbeitet. Der operative Betrieb wird durch einen qualifizierten Platzwart- und Sicherheitsdienst gewährleistet. Dieser war bereits für die provisorischen Halteplätze des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) in Wileroltigen und der Stadt Bern im Steigerhubel zuständig. Der Transitplatz ist jeweils während der Reisesaison von anfangs März bis Ende Oktober geöffnet. Der Aufenthalt ist gebühren- und kautionspflichtig. Fahrende müssen sich ausweisen. Bei Missachtung der Platzordnung können sie vom Platz gewiesen werden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Das ASTRA stellt das Terrain zur Verfügung. Es hatte bisher Halte von ausländischen Fahrenden auf einem Teilbereich des angrenzenden Autobahnrastplatzes toleriert. Die Realisierung des Platzes erfolgte mit einer Kantonalen Überbauungsordnung (KUeO). Im Hinblick auf Bau und Betrieb wurden Mitglieder des Grossen Rates, die Gemeinde Wileroltigen sowie umliegende Gemeinden, der Kanton Freiburg, die Kantonspolizei, das ASTRA, das Bundesamt für Kultur, die Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende und weitere Akteure einbezogen. 

Zitate

Regierungspräsidentin Evi Allemann, Direktorin für Inneres und Justiz

«Der Platz soll ausländischen Fahrenden einen geregelten Aufenthalt ermöglichen und Halte an unerwünschten Orten reduzieren. Wir wollen damit die Situation der Gemeinden, der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer und der Fahrenden verbessern und zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen.»

Ladina Kirchen, Regierungsstatthalterin Bern-Mittelland

«In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten haben wir gute Voraussetzungen für einen geordneten Betrieb geschaffen.»

Simon Röthlisberger, Geschäftsführer Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende

«Die Eröffnung des Transitplatzes Wileroltigen ist ein konkreter Beitrag zum Schutz von Minderheiten. Menschen – auch Familien mit Kindern – erhalten einen Ort, wo sie vorübergehend leben können.»

Dokumentation

  • Redetext Regierungspräsidentin Evi Allemann
  • Redetext Regierungsstatthalterin Ladina Kirchen
  • Redetext Simon Röthlisberger, Geschäftsführer Stiftung Zukunft Schweizer Fahrende
  • Betriebskonzept
  • Platzordnung
  • Informationsplakat
  • Erläuterungsbericht zur kantonalen Überbauungsordnung (KUeO)
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