Mit grosser Trauer hat der Grosse Rat des Kantons Bern Kenntnis genommen vom Tod seines Mitglieds Hannes Zaugg-Graf am Wochenende. Er entbietet der Familie sein tiefes Beileid. Hannes Zaugg-Graf bleibt als engagierter, humorvoller Mensch und Brückenbauer in Erinnerung, dem es immer wieder gelang, über die Parteigrenzen hinweg tragfähige Lösungen und Kompromisse zu finden. Für Grossratspräsidentin Dominique Bühler unvergessen bleiben «sein verschmitztes Lächeln, wenn er mit viel Witz ans Mikrofon trat, und natürlich sein unglaubliches Talent, verfahrene Situationen aus einem völlig anderen Blickwinkel zu beleuchten und sie dadurch zu einem guten Abschluss zu bringen. Wenn er sprach, hörte man zu. Mit Hannes verlieren wir einen besonnenen, herzlichen und sehr geschätzten Kollegen.»
Hannes Zaugg-Graf wurde 2010 erstmals in den Grossen Rat gewählt und wurde sofort Mitglied des Büros des Grossen Rates sowie Mitglied der Kommission Parlamentsrechtsrevision. Daneben war er Mitglied verschiedener Ad hoc Kommissionen – unter anderem zum kantonalen Kulturförderungsgesetz.
2017 wurde Hannes Zaugg-Graf zum 2. Grossratsvizepräsidenten gewählt, im Juni 2019 wurde er Präsident des Grossen Rates. In seine Amtszeit fiel der Ausbruch der Corona-Pandemie, worauf der Grosse Rat seine Sessionen in die alte Festhalle der BEA EXPO verlegen musste. Unter seiner Leitung tagte der Rat, ohne eine Sitzung abzusagen oder zu verschieben, und konnte zeitgerecht alle Geschäfte beraten.
Nach seinem Präsidialjahr war Hannes Zaugg-Graf Mitglied verschiedener Kommissionen, zuletzt der Geschäftsprüfungskommission. In den Jahren 2020 bis 2022 präsidierte er die Kommission für Staatspolitik und Aussenbeziehungen.
Daneben übte er verschiedene Mandate in seiner Wohngemeinde Uetendorf aus, der er auch von 2001 bis 2013 als Gemeindepräsident vorstand.
Ausserhalb der Politik engagierte sich Hannes Zaugg-Graf unter anderem im Kulturbereich, namentlich am Theater, wo er vor seiner Selbständigkeit als Fotograf und Grafiker fast 20 Jahre tätig war.