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03. April 2025
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Medienmitteilung des Regierungsrates
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Kantonaler Sachplan Abfall: Kreislaufwirtschaft im Fokus

Die Lebensdauer von Produkten verlängern, sie reparieren oder wiederverwerten: Die Kreislaufwirtschaft steht im Zentrum des kantonalen Sachplans Abfall 2025, den der Regierungsrat verabschiedet hat. Damit will er die Umweltbelastung reduzieren, Ressourcen schonen und zur nachhaltigen Entwicklung im Kanton Bern beitragen.

Der Regierungsrat hat den Sachplan Abfall 2025 genehmigt, der den bisherigen Plan aus dem Jahr 2017 ersetzt. Er ist für die Behörden verbindlich, dient als Planungsgrundlage und ist ein wichtiges Steuerungs- und Führungsinstrument. Er definiert konkrete Ziele und Massnahmen im Abfallbereich für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Im Kanton Bern ist primär das Amt für Wasser und Abfall für den Vollzug der Abfallgesetzgebung und damit auch für den Sachplan Abfall verantwortlich.

Kanton Bern setzt auf Kreislaufwirtschaft

Der aktuelle Sachplan Abfall legt ein besonderes Augenmerk auf die Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Materialien so lange wie möglich im Kreislauf zu halten und den Abfall durch gezieltes Recycling auf ein Minimum zu reduzieren. Das Herzstück der Kreislaufwirtschaft sind Produkte, die langlebig, reparierbar, recycelbar und möglichst frei von Schadstoffen sind. Diese tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung und zum Erreichen der Klimaziele bei.

Grosses Potenzial im Baubereich

Die Schweiz produziert jährlich etwa 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall. Der grösste Teil davon stammt aus Bautätigkeiten. Deshalb enthält der Sachplan Abfall Massnahmen in den Bereichen Aushub- und Ausbruchmaterial sowie Recyclingbaustoffe. So erarbeitet der Kanton beispielsweise Verwendungsempfehlungen und bevorzugt bei eigenen Projekten den Einsatz von wiederaufbereitetem Material. Deponiert werden soll nur noch, was nicht mehr aufbereitet und verwertet werden kann.

Siedlungsabfälle reduzieren, Separatsammlungen weiterentwickeln

Bei den Siedlungsabfällen soll der Sachplan mit geeigneten Massnahmen dafür sorgen, dass die gesamte brennbare Abfallmenge in den nächsten Jahren eher abflacht und wenn möglich sogar abnimmt. Der Kanton informiert und sensibilisiert Gemeinden, die Abfallbranche und die Bevölkerung darüber, wie sie Abfälle vermeiden und kreislauffähige Produkte verwenden können. Zudem sollen sich die Separatsammlungen weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür ist das Berner Sammelsystem für Haushaltskunststoffe, welches der Kanton Bern zusammen mit privaten Firmen entwickelt hat und das bereits über 200 Berner Gemeinden eingeführt haben. Der Sachplan legt auch ein besonderes Augenmerk auf den Umgang mit Sonderabfällen, die nicht im Haushaltskehricht oder in der Kanalisation entsorgt werden dürfen.

PFAS bringen neue Herausforderungen

In den kommenden Jahren wird sich die Schweiz mit den Auswirkungen der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) befassen müssen, die ein potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen. Aktuell sind noch viele Fragen offen zur Feststellung der Belastungen in der Umwelt und wie damit umzugehen ist. Der Sachplan strebt schweizweit einheitliche Grenzwerte im Umgang mit PFAS-haltigen Abfällen an. Unter anderem fordert er in Bezug auf PFAS von den Fachbüros und Bauherren vollständige und transparente Entsorgungskonzepte ein und überprüft diese. 

Engagement 2030: So entwickelt sich der Kanton Bern

Der Kanton Bern fördert gezielt die nachhaltige Entwicklung. Sie ist einer der Entwicklungsschwerpunkte der Richtlinien zur Regierungspolitik 2023-2026. Darin hat der Regierungsrat fünf strategische Ziele formuliert, um seine Vision 2030 umzusetzen. So will der Kanton die Lebensqualität der Bevölkerung steigern, eine führende Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen im Umweltbereich spielen sowie seine Ressourcenstärke und Wirtschaftskraft erhöhen.

Alle Details zu den fünf Zielen: www.be.ch/engagement2030

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